Data Centre
So bereiten Sie Ihr Rechenzentrum auf die EED-Berichterstattung vor
Erfahren Sie, warum PUE allein nicht mehr ausreicht und wie integrierte Rechenzentrumsbetriebsführung die EED-Nachhaltigkeitsberichterstattung in ganz Europa unterstützen kann.

Martin Matse | Juli 14, 2026 | 2 Minuten Lesezeit
PUE reicht nicht mehr aus: Bereiten Sie Ihr Rechenzentrum auf die EED-Berichterstattung vor
Jahrelang war die, Power Usage Effectiveness (PUE) die wichtigste Kennzahl zur Bewertung der Leistung von Rechenzentren. Sie beantwortete eine einfache, aber wichtige Frage: Wie viel der eingespeisten Energie erreicht die IT-Systeme und wie viel geht durch Kühlung, Stromverteilung und andere Infrastruktursysteme in ihrem Rechenzentrum verloren?
Doch die Rahmenbedingungen haben sich verändert – und damit auch die Erwartungen.
Im Rahmen der überarbeiteten Energy Efficiency Directive (EED), stehen Betreiber von Rechenzentren in Europa nun vor verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattungsanforderungen, die von der Europäischen Kommission eingeführt wurden.
Diese gesetzlichen Anforderungen, die weder freiwillige Richtwerte noch Best-Practice-Rahmenwerke sind, werden jährlich an eine europäische Datenbank übermittelt und umfassen eine breitere Palette an Kennzahlen als nur die PUE.
Gleichzeitig entwickeln sich fortlaufend Standards wie EN 50600, die festlegen, wie Effizienz und Nachhaltigkeit strukturiert und gemessen werden sollten.
Das Ergebnis ist eine herausfordernde Situation: Die Berichtspflichten sind bereits heute aktiv, während sich einige der begleitenden Rahmenwerke noch in der Entwicklung befinden. Genau diese Lücke stellt viele Betreiber vor Herausforderungen.
Messung der Nachhaltigkeit von Rechenzentren über PUE hinaus
PUE bleibt eine wichtige Kennzahl. Ein niedriger PUE-Wert zeigt, dass Ihre Rechenzentrumsinfrastruktur im Verhältnis zum Energiebedarf der IT-Systeme relativ wenig zusätzliche Energie verbraucht. Das ist weiterhin relevant und kann dabei helfen, Betriebskosten zu senken.
Aber PUEerfasst nicht das ganze Bild.
Sie sagt nichts über den Wasserverbrauch, die CO₂-Auswirkungen, die Nutzung von Abwärme, die Beschaffung erneuerbarer Energien oder die Effizienz der IT-Ausrüstung aus. Und gemäß der Delegierten Verordnung (EU) 2024/1364 sind genau diese Arten von Kennzahlen diejenigen, die Betreiber heute erfassen müssen.
Zu den wichtigsten KPIs, die unter ISO/IEC 30134 definiert und von der EED benannt werden, gehören:
- PUE, Power Usage Effectiveness (Energieeffizienz der Gesamtanlage)
- WUE, Water Usage Effectiveness (Wassereffizienz)
- ERF, Energy Reuse Factor (Energiewiederverwendungsfaktor)
- REF, Renewable Energy Factor (Faktor für erneuerbare Energien)
- CER, Cooling Efficiency Ratio (Kühlungseffizienzkennzahl)
- CUE, Carbon Usage Effectiveness (CO₂-Nutzungseffizienz)
- IT-Lastdaten, Datenvolumen, installierte Leistung und Grundfläche
Der Bericht der EED legt fest, welche Kennzahlen für die jährliche Berichterstattung verpflichtend sind. Nicht alle oben genannten Kennzahlen sind derzeit in vollem Umfang erforderlich, aber die Entwicklung ist eindeutig: Betreiber, die umfassend messen, sind besser vorbereitet, wenn die Anforderungen verpflichtend werden.
The shift is significant. PUE answered one question: how efficiently is power used? The region’s emerging frameworks ask a broader one: can your data center measure, explain and account for its total operational impact?
Der Wandel ist entscheidend. PUE beantwortete eine einzige Frage: Wie effizient wird Energie genutzt? Die EED stellt eine komplexere Frage: Kann Ihr Rechenzentrum die gesamten betrieblichen Auswirkungen messen, erklären und transparent darstellen?
Was die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung in Rechenzentren vorantreibt
Zwei Entwicklungen kommen zusammen.
Erstens steigt der Energiebedarf von Rechenzentren rasant an. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 mehr als verdoppeln wird. Dieser Anstieg wird durch KI-Workloads, die Migration in die Cloud und den Ausbau rechenintensiver Infrastrukturen vorangetrieben. Dieses Wachstum hat dazu geführt, dass Rechenzentren zunehmend in den Fokus von Regulierungsbehörden und politischen Entscheidungsträgern geraten.

Anteil des Stromverbrauchs nach Rechenzentrum und Gerätetyp, 2024
Zweitens ist die Nachhaltigkeitsleistung heute eine geschäftliche Anforderung, nicht nur eine regulatorische Pflicht. Sie beeinflusst zunehmend Investitionsentscheidungen, die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen und die Nachhaltigkeitsprüfung durch Kunden. Die Nichteinhaltung der EED-Anforderungen kann für Betreiber ein geschäftliches Risiko darstellen, die Transparenz, Effizienz und ökologische Verantwortung nachweisen müssen.
Der Kombination ist eindeutig: Energietransparenz ist nicht länger optional. Stattdessen ist sie eine unverzichtbare Voraussetzung, um im europäischen Markt der Rechenzentrumen wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fragmentierte Energiedaten: Die eigentliche Herausforderung bei der EED-Berichterstattung
Die größte Herausforderung für die meisten Betreiber ist nicht ein Datenmangel. Es ist die Fragmentierung der Daten.
Die meisten Anlagen erzeugen bereits große Mengen an Betriebsinformationen aus DCIM-Plattformen, BMS, EMS, CMS, Echtzeitüberwachungs- und Steuerungssystemen, Zählern sowie Kühlinfrastrukturen. Das Problem ist, dass diese Quellen nur selten miteinander kommunizieren.
Die Daten befinden sich in getrennten Plattformen, werden mit nicht-einheitlichen Methoden berechnet und häufig manuell für Berichte extrahiert.
Dies führt zu echten Risiken:
- Uneinheitliche Zahlen über verschiedene Berichtszeiträume hinweg
- Eingeschränkte Nachverfolgbarkeit, wenn Prüfer Fragen stellen
- Hoher manueller Aufwand und Abhängigkeit von Tabellenkalkulationen bei wachsendem Umfang
- Verzögerte Erkennung von Ineffizienzen
- Schwierigkeiten bei der Verknüpfung von IT-Last, Kühlverhalten und Energieverbrauch
- Unfähigkeit, die Leistung unter genauer Prüfung zuverlässig nachzuweisen
Compliance erfordert mehr als nur das Sammeln von Kennzahlen. Sie benötigt eine konsistente Datenebene, die Energie, Infrastruktur und betrieblichen Kontext miteinander verbindet und eine verlässliche Prüfung sowie Berichterstattung ermöglicht.
So bereiten Sie Ihr Rechenzentrum auf die EED-Berichterstattung vor
Die gute Nachricht ist, dass die meisten Betreiber ihre bestehenden Systeme nicht ersetzen müssen. Der effektivere Ansatz besteht darin, die bereits vorhandenen Systeme zu integrieren und darauf eine einheitliche operative Datenebene aufzubauen.
Ein praxisorientierter Fahrplan sieht wie folgt aus:
- Erfassen Sie Ihre bestehenden Datenquellen
Identifizieren Sie, wo sich Energie-, Kühlungs-, Wasser-, CO₂-, Kapazitäts- und IT-Lastdaten derzeit befinden und wo Lücken bestehen. - Definieren Sie Ihre Berichtskennzahlen und Berechnungslogik
Stimmen Sie PUE, WUE, ERF, REF, CER, CUE und weitere KPIs mit den EED-Anforderungen ab. Legen Sie konsistente Definitionen über alle Standorte und Systeme hinweg fest. - Verbinden Sie IT- und OT-Daten
Verknüpfen Sie die Infrastrukturleistung mit dem Betriebsverhalten. Statische Anlagendaten allein reichen nicht aus. Sie müssen verstehen, wie Last, Kühlung und Energie in Echtzeit miteinander interagieren. - Automatisieren Sie Datenerfassung und Berichterstattung
Reduzieren Sie den manuellen Aufwand und verbessern Sie die Konsistenz. Automatisierte Datenprozesse verringern das Fehlerrisiko und machen die jährliche Berichterstattung reproduzierbarer. - Schaffen Sie Echtzeit-Transparenz
Erkennen Sie Abweichungen, sobald sie auftreten, anstatt sie erst in monatlichen oder jährlichen Zusammenfassungen zu entdecken. - Nutzen Sie Energiedaten zur kontinuierlichen Verbesserung
Compliance-Daten müssen keine Sackgasse sein. Wenn sie richtig strukturiert werden, können dieselben Daten dabei helfen, bessere Kühlstrategien, Lastverteilung, Anlagenleistung und Ressourceneffizienz zu verbessern.
Dies ist der Wandel von Berichterstattung als Belastung hin zu Berichterstattung als betrieblichem Vorteil.
Wie integriertes DCIM die EED-Konformität unterstützt
Moderne Data Center Infrastructure Management (DCIM)-Plattformen entwickeln sich zunehmend zu zentralen Werkzeugen für Energietransparenz, doch ihre Rolle hat sich weiterentwickelt.
Historisch wurden Infrastrukturmanagement-Tools hauptsächlich zur Überwachung von Energieversorgung, Gebäudesystemen, Kühlanlagen und kritischen Betriebsparametern eingesetzt. Heute kann eine gut implementierte DCIM-Plattform deutlich mehr leisten: Sie verbindet Systeme, strukturiert Betriebsdaten, automatisiert die KPI-Berechnung und stellt die Prüfspur bereit, die für regulatorische Berichte erforderlich ist. Lesen Sie hier mehr über die Switch Data Centers.
ATS Data Center Solutions verfolgt einen modularen Ansatz für das Management von Rechenzentren und deckt Gebäudemanagement, Kühlung, Kapazität, Energie und Abrechnung ab. Diese Modularität ist entscheidend, da die meisten Betreiber nicht alle Systeme gleichzeitig ersetzen können oder möchten.
Die Möglichkeit, bestehende Systeme zu verbinden und Funktionen Schritt für Schritt zu erweitern, macht die Einhaltung der Anforderungen in der Praxis realisierbar.
Eine integrierte DCIM- und Betriebsplattform kann Folgendes unterstützen:
- Zentrale Erfassung von Energiedaten über verschiedene Systeme hinweg
- Überwachung der Energie- und Kühlleistung
- Transparenz über Kapazitäten und Infrastruktur-Assets
- Berechnung und Berichterstattung von EED-KPIs
- Vergleich der Leistung einzelner Standorte und mehrerer Standorte
- Betriebs-Dashboards für Facility- und Management-Teams
- Eine zuverlässigere Prüfspur für die Nachhaltigkeitsberichterstattung
Aber Transparenz allein ist nicht immer ausreichend.
Warum BMS, EMS und CMS für die Echtzeit-Energiekontrolle wichtig sind
Transparenz zeigt Ihnen, was passiert. Kontrolle bestimmt, was Sie dagegen unternehmen.
Wenn Ihre Betriebsplattform einen steigenden Energieverbrauch erkennt, müssen Teams weiterhin die Ursache verstehen, und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Dies kann Anpassungen der Kühlung, Lastverteilung, Gerätesteuerung, Alarmmanagement oder die Integration mit der Gebäudeautomation umfassen.
EMS unterstützt Teams dabei, die Energieeffizienz zu verstehen und zu optimieren. BMS verbindet Gebäudesysteme und Umgebungsbedingungen. CMS bietet Transparenz über kritische Infrastruktur und den Betriebsstatus. Gemeinsam ermöglichen diese Systeme Rechenzentrumsteams den Schritt von passiver Überwachung hin zu aktiver Optimierung.
Aufgebaut auf einer Echtzeit-Integrationsplattform wie Ignition von Inductive Automation verbindet ATS Data Center Solutions EMS, BMS und CMS in einer einzigen operativen Ansicht und ermöglicht Teams sowohl die Transparenz als auch die Kontrolle, um auf die Erkenntnisse aus den Daten zu reagieren.
Zusammen bieten sie:
- Echtzeit-Transparenz über den Energieverbrauch mit operativem Kontext
- Automatisierte Warnmeldungen und Eskalationsprozesse
- Schnellere Reaktion auf Störungen
- Genauere Verknüpfung zwischen Anlagenbedingungen und Energieverbrauch
- Konsistente und reproduzierbare Berichterstattung
- Eine Feedbackschleife zur kontinuierlichen Leistungsverbesserung
Von der regulatorischen Verpflichtung zum betrieblichen Vorteil
Die Betreiber, die am meisten von der EED profitieren werden, sind nicht diejenigen, die sie lediglich als Berichtsanforderung betrachten. Es sind diejenigen, die sie als Auslöser nutzen, um eine stärkere Grundlage für operative Daten zu schaffen.
Wenn Energiedaten strukturiert, vernetzt und im richtigen Kontext verfügbar sind, können dieselben Informationen, die für die Einhaltung der Vorschriften erforderlich sind, auch verborgene Ineffizienzen aufdecken, Kosten senken, Kühlstrategien verbessern und das Vertrauen der Kunden stärken.
Die Frage lautet nicht nur: Wie erfüllen wir die regulatorischen Anforderungen?
Die wertvollere Frage ist: Wie nutzen wir Energiedaten, um ein besseres Rechenzentrum zu betreiben?
Von PUE zum Nachweis: Verifizierbare Nachhaltigkeit in Rechenzentren
Der Wandel in der Rechenzentrumsbranche besteht nicht einfach darin, weitere Kennzahlen hinzuzufügen. Es geht darum, von informellen Effizienzpraktiken zu einer verifizierten und prüfbaren Nachhaltigkeitsleistung überzugehen.
PUE war ein Ausgangspunkt. Die EED stellt eine neue Grundlage dar, bei der Energietransparenz, Wasserverbrauch, Abwärmenutzung und der Einsatz erneuerbarer Energien Teil der Bewertung, Regulierung und Vertrauenswürdigkeit eines Rechenzentrums werden.
Die Betreiber, die für die kommenden Anforderungen am besten aufgestellt sind, sind diejenigen, die jetzt die notwendige Dateninfrastruktur dafür aufbauen – nicht nur für die diesjährige Berichtspflicht, sondern auch für die folgenden.
Frequently Asked Questions
Bereit, Nachhaltigkeitsberichterstattung in einen operativen Vorteil zu verwandeln?
Erfahren Sie, wie ATS Data Center Solutions Energie-, Kühlungs- und Infrastrukturdaten vernetzt und so eine zuverlässige, auditfähige Berichterstattung ermöglicht.
